Infrastruktur & Zubehör

Im Folgenden geht es um notwendiges Zubehör wie Racks, Raumakustikelemente und Plattenwaschmaschinen sowie um diverse nicht überlebensnotwendige, aber in manchen Situationen sinnstiftende Tuningprodukte wie z.B. Absorberplattformen/-füße.

Racks

Bei allen üblichen Differenzen im Detail herrscht unter ernsthaften Klangliebhabern doch Übereinstimmung, daß Resonanzen, äußere Schwingungen und Vibrationen den Klang beeinflussen - und zwar zum Schlechteren. Das gilt für das Gehäuse eines Geräts ebenso wie für seinen Standort, ruhig lagernde Elektronik klingt besser. Auf das Gehäuse hat man als "Nutzer" nur innerhalb enger Grenzen einen gewissen Einfluß (Dämpfungsauflagen, Gerätefüße, Basen/Plattformen etc.), auf die Unterbringung schon mehr: bei der Wahl des Racks, in oder auf dem die Geräte arbeiten, hat man eine große Auswahl.

 

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Raumakustik

Messungen der Raumakustik führen wir aus mit einem Behringer ECM8000 Kondensator-Meßmikrofon und einem Tascam US-122 Mk II USB-Audio Interface. Als Software kommt RoomEQ Wizard auf einem Windows-7-Notebook zum Einsatz. Zusätzlich nutzen wir den Trinnov Optimizer für eine präzise Bestimmung der Frequenzverläufe und möglicher Phasenverschiebungen bei den Lautsprechern.

Ein kleiner Tip vorweg: eine sehr gute Verbesserung Ihrer Raumakustik erreichen Sie durch ein wohlgefülltes hohes Bücherregal hinter dem Hörplatz, am besten ergänzt durch Regale an den Seiten. Nicht nur wirken die gewölbten Bücherrücken als exzellente Diffusoren und partiell auch als Absorber, Sie besitzen damit auch ein kulturell wertvolles Raumakustikmöbel. Einen vergleichbaren (raumakustischen) Effekt - wenngleich mit geringerer Absorption - können Sie auch durch eine Sammlung LPs erreichen.

 

Vicoustic / Artnovion

Auf jeder High-End-Messe wird von Neuem deutlich: auch die technisch beste Kette ist nur so gut, wie der Raum es zuläßt, in dem sie spielt. Und da es einen perfekten Hörraum nicht einfach so gibt, müssen Maßnahmen zur Verbesserung der Raumakustik getroffen werden. Ein etwas heikles Thema, denn die notwendigen Utensilien besetzen - physikalisch bedingt - viel Platz und genügen nur selten dem ästhetischen Anspruch.

Eine der wenigen Ausnahmen bilden die Produkte der portugiesischen Firmen Vicoustic und Artnovion, die seit Jahren erfolgreich auch den Bedarf professioneller Tonstudios decken. Ihre Erzeugnisse sind in besonderem Maße wohnraumtauglich und augenverträglich, weswegen ich sie in die Vorführung aufgenommen habe.

Hier einige Produkte von Vicoustic.

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Für Artnovion gilt wieder einfach: Raumakustik kann auch gut aussehen.

Plattenwaschmaschine: Vinyl-Cleaner / Vinyl-Cleaner Pro

Gläss Vinyl Cleaner ProReiner Gläss aus Königsbronn bei Heidenheim produziert mit seiner Firma Audiodesksysteme u.a. eine andersartige Plattenwaschmaschine, den "Vinyl-Cleaner", der bei AUT im Einsatz ist. Seit 2016 gibt es ihn als verbessertes Modell "Vinyl-Cleaner Pro" u.a. mit der Möglichkeit, auch 7-Zoll-Singles zu bearbeiten.

Die Platte taucht senkrecht in die Reinigungsflüssigkeit aus 4,5 Litern destillierten Wassers und einem Schnapsglas firmeneigenen Reinigungskonzentrats ein, läuft an einem Doppelpaar gegenläufig drehender Mikrofaser-Reinigungsbürsten vorbei und wird - das ist der Clou - die ganze Zeit über mit Ultraschall behandelt, was selbst hartnäckig haftende Schmutzpartikel nachhaltig löst. Die Schmutzpartikel in der Flüssigkeit werden stetig herausgefiltert. Die Reinigungsdauer selbst läßt sich in Grenzen variabel festlegen, danach wird die Flüssigkeit in den Tank zurückgepumpt und mit zwei kräftigen Lüftern (und entsprechender Geräuschentwicklung) die Platte getrocknet (also keine Absaugung). Das Ganze dauert je nach gewählter Reinigungsdauer zwischen 5 und 10 Minuten, danach ist die LP trocken und kann in ihre frische neue Innenhülle. Die gesamte Prozedur läuft automatisch ab, der Anwender steckt lediglich anfangs die Platte in die Maschine, wählt die Reinigungsdauer und läßt die Maschine dann alleine werkeln bis zum Schluß. Sollten einmal noch einige Tropfen Flüssigkeit auf der Platte verblieben sein, kann die Trocknungsprozedur neuerdings (beim "Pro") auch separat angesteuert werden.

Die Verbrauchskosten halten sich in Grenzen, je nach Verschmutzungsgrad reicht die Flüssigkeit für 100 bis 200 Platten, die Bürsten und der Filterschwamm sollten nach etwa 500-800 LPs gewechselt werden. Mit mittlerweile 2.500 € ist der Vinyl-Cleaner Pro definitiv kein Schnäppchen, aber als selbständiges Arbeitstier nachhaltig allen zu empfehlen, die mehr als gelegentlich ein paar Platten zu waschen haben.

Aus der Vielzahl der Besprechungen in der Medienwelt sei nur eine hervorgehoben: In der Ausgabe 3/2012 verlieh das US-Magazin "The Absolute Sound" dem Vinyl-Cleaner den "HP's 2012 Editor's Choice Award" (HP steht für den angesehenen Harry Pearson, den Gründer und nun emeritierten Chefredakteur der Zeitschrift), der Komponenten auszeichnet, "that really are either 'statements' - the designer's last word (for now) - or at or close to the state of the audio art". In jeder Kategorie gibt es dementsprechend nur einen (sehr selten nur zwei) Preisträger, und der Vinyl-Cleaner trägt diesen Titel in der Rubrik "Disc Cleaning Accessories" (S. 152): "A surprisingly effective record-cleaning device. [...] a minor miracle."

Tuningprodukte

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