Trinnov

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In allen Räumen, in denen Musik spielt, wird die Wiedergabe durch Fehler im Frequenzgang und im Zeitverhalten der Lautsprecher sowie durch Unterschiede zwischen den Kanälen mehr oder weniger verfälscht. Abweichungen von 10 dB und mehr sind nicht selten, im AUT-Studio waren es an einer Stelle sogar knapp 20 dB. Die Ursachen liegen in geringerem Maße in Unvollkommenheiten der Lautsprechertreiber und Frequenzweichen, vor allem anderen aber in der Akustik des Hörraums. Nicht alle ungünstigen Einflußgrößen können durch traditionelle raumakustische Maßnahmen wie Absorber, Diffusoren und Baßfallen vollständig neutralisiert werden. Hier kommen die Geräte und Algorithmen der französischen Firma Trinnov Audio ins Spiel.

Trinnov Audio, zu Beginn des Jahrtausends gegründet, hat sich auf die Entwicklung, Produktion und Vermarktung von Audioprozessorsystemen spezialisiert, die die genannten Unzulänglichkeiten von Lautsprechern und Hörräumen korrigieren. Ursprünglich auf den professionellen Betrieb ausgerichtet - Tonstudios und Rundfunkanstalten zählen zu den Kunden -, hat Trinnov seine Geräte auch auf die Bedürfnisse von HiFi-Stereofonisten und Betreibern von Multisurround-Heimkinoanlagen angepaßt.

Für den HiFi-Stereo-Bereich bietet Trinnov zwei Geräte an: den Prozessor/Optimizer ST-2 HiFi und den Vorverstärker Amethyst. Beide Geräte bieten einen Digital-Analog-Wandler und eine Lautstärkeregelung, der Amethyst darüber hinaus einen Phono-Eingang (MM) und einen Streaming-Client. Für den Heimkino-Surround-Bereich gibt es den 32-Kanal-Prozessor Magnitude und den 32-Kanal-AV-Preamp Altitude. Damit ist für so gut wie jeden Einsatzbereich im privaten Umfeld ein Modell verfügbar, das das maximal erreichbare Klangpotential der Kombination von Audiokette, vor allem Lautsprecher, und Raum ausschöpft. Eine Übersicht über die Geräte bietet der (englischsprachige) Katalog (Stand 2013/14).

Trinnov ST2-HiFi bei AUT
Trinnov ST2-HiFi bei AUT

In allen Geräten ist dasselbe Funktionsprinzip verwirklicht: mithilfe eines 3-D-Meßmikrofons werden die Klangeigenschaften der Audiokette von der Quelle bis zu den Ohren des Hörers festgestellt, danach wird - wie bei einem hochentwickelten Equalizer - für einzelne Frequenzen oder enge Frequenzbänder die Lautstärke (Amplitude) angepaßt. Zusätzlich wird die Phasenlage, also mögliche Laufzeitunterschiede zwischen den einzelnen Treibern eines Lautsprechersystems, optimiert. Neben den üblichen Raummoden können insbesondere auch frühe Reflexionen behandelt und Kanalunterschiede zwischen rechtem und linken Lautsprecher (z.B. aufgrund asymmetrischer Raumgeometrien) ausgeglichen werden. Mit diesen Maßnahmen wird sichergestellt, daß die Musikwiedergabe nicht nur räumlich hochaufgelöst ist, sondern auch präzise im Raum verortet werden kann und in ihrer Position verankert bleibt. Die von der Audiokette erzeugte virtuelle oder Phantom-Schallquelle - Stimme oder Instrument - ist in hohem Maße fokussiert und stabil, unabhängig von Lautstärke oder musikalischem Material.

Die Optimierungssoftware bietet darüber hinaus ein umfangreiches Lautsprechermanagement mit frei konfigurierbaren Frequenzweichen: jeder Treiber läßt sich damit hinsichtlich Verzögerung und Lautstärke automatisch abgleichen. Mit seinen vier Kanälen und dem integrierten Baßmanagement können bis zu zwei Subwoofer perfekt integriert werden.

Zur Zeit dürfte die Software von Trinnov die beste und umfassendste Form von Raumklangkorrektur darstellen. Je nach Grad der Beeinträchtigung des Klangs durch ungünstige Raumgeometrien ist die Verbesserung der Wiedergabequalität gut bis außerordentlich, und dies für jede Qualitätsstufe der Komponenten.

 

Reaktionen

Auf den Webseiten vieler Hersteller und mancher Händler bekommt man nach amerikanischem Muster "Kundenstimmen" zu lesen. Ich stand und stehe dieser Praxis zurückhaltend gegenüber, denn viele Aussagen klingen mir nach Jubelarie und manche riechen nach Fake. Meine Website wollte ich sauberhalten und keine solchen Zitate aufführen, doch hier will ich nun eine Ausnahme machen. Die Beschreibungen des Kunden (Herr W. aus E.) über den Trinnov ST2-HiFi sind präzise, fundiert und formulieren mein Urteil über das Gerät - auch anhand von Beispielen - treffgenauer, als ich das selbst könnte. Zum Hintergrund: Die High-End-Kette von Herrn W. hörte sich im Oberbaß und in den unteren Mitten unsauber, verschwommen, ja aufdringlich an. Bei einer raumakustischen Messung stellten wir bei insgesamt sehr guten Nachhallzeiten eine Überhöhung der Amplitude von bis zu 12 dB im Bereich zwischen 90 und 180 Hz fest, die auf die räumlichen Gegebenheiten zurückzuführen war. Traditionelle raumakustische Maßnahmen kamen nicht in Betracht, daher wurde der Trinnov ST2-HiFi zur Korrektur eingesetzt.

"Die Unterschiede mit und ohne Korrektur sind deutlich ausgeprägt, sofort wahrnehmbar, leicht zuzuordnen und zu bewerten. Das Dröhnen ist selbstverständlich weg. Man hört jetzt ganz viele Details, die früher durch die Unschärfe maskiert waren. Das ist vergleichbar mit einer dreckigen Brille, die Sie sauber machen und plötzlich den Durchblick bekommen.

Diese Beschreibung bezieht sich sowohl auf die Präzision der Abbildung der einzelnen Schallquellen als auch auf die Genauigkeit der Plazierung der virtuellen Schallquellen auf der Bühne. Die Bühne wird breiter, tiefer und super geordnet. Die Solisten treten etwas nach vorne, werden dadurch intensiver und glaubhafter. Diese Klarheit der Abbildung funktioniert im gesamten Frequenzspektrum vom Baß bis in die höchsten Höhen. Das Klangbild wird entschlackt. Erst der direkte Vergleich macht deutlich, wie tonal verfärbt und verschleiert der unkorrigierte Klang ist.

Kleinigkeiten, wie z.B. daß Glenn Gould bei den Goldberg-Variationen sofort, von Anfang an, mit dem Summen einsetzt, waren mir früher nicht so unmittelbar bewußt. Ich habe das Summen immer erst im Verlauf des Stückes wahrgenommen, er legt damit aber wirklich sofort von Anfang an los. Auch wenn Keith Jarrett im Köln-Konzert das Sustain-Pedal quält, hört man sofort das Knarzen und identifiziert das Geräusch korrekt. Unfaßbar gut hört sich Dave Brubeck at Carnegie Hall an. Joe Morello habe ich schon immer für einen Teufelskerl gehalten, doch was er wirklich veranstaltet und wie unglaublich explosiv er ist und wie nuanciert er gleichzeitig spielt, habe ich erst jetzt begriffen. Spaß pur!

Bei großorchestralen Aufnahmen macht es besonders viel Spaß, die Aufnahmen atmen eine Tiefe und Breite, wie ich sie bis jetzt nicht kannte. Aber auch alte Aufnahmen von Callas oder Heifetz mit Piatigorski klingen so, daß man kaum aufhören kann.

Nach meiner bereits relativ langen HiFi-Karriere und sehr viel verschwendetem Geld muß ich sagen, daß man hier eine wirklich große und positive Veränderung für verhältnismäßig wenig Geld bekommt.

Ich hatte etwas Furcht vor der digitalen Manipulation gehabt, wo doch "bit perfect" immer unser Ziel war. Was ich nicht geglaubt habe ist, daß man die Eingriffe in das Bitgefüge quasi unhörbar machen kann, wie Trinnov es beweist. Man hört natürlich die Effekte, die die jeweiligen Filter erzeugen, aber keine Erscheinungen, die man der Bitmanipulation selbst zuschreiben könnte. Je mehr ich mich auf die durch Trinnov korrigierte Abhörsituation einstelle, umso mehr wundere ich mich, wie man auf die Dienste dieses Wunderdings verzichten kann. Der Zugewinn an Hör-Lust ist enorm."