Auralic

Auch zu Auralic gibt es eine dieser netten Geschichten über menschliche Hintergründe, die man glauben oder auch nur für Marketinggesäusel halten kann.

Danach sollen die beiden Gründer Xuanqian Wang und Yuan Wang sich 2008 auf einem der beliebten Konzertabende in der Berliner Waldbühne kennengelernt und Gemeinsamkeiten festgestellt haben und anschließend ans Werk gegangen sein, getrieben vom "leidenschaftlichem Bedürfnis" für die Schaffung hochqualitativer Wiedergabesysteme und "unnachgiebigem Streben" nach perfektem Musikerlebnis. Xuanqian Wang sei bei Pioneer als Elektronik- und Toningenieur ausgebildet worden und habe in den Bereichen digitales Audiodesign und Musikaufnahme gearbeitet. Er sei passionierter Pianist, der seit frühester Kindheit Klavier spiele. Yuan Wang habe in den USA Soziologie und Management studiert und sei nach seinem Abschluß in einer Firma für Präzisionsinstrumente in China tätig gewesen.

Wie dem auch sei, die Geräte jedenfalls - die Namen von Sternbildern (Aries, Taurus) und markanten Einzelsternen (Wega, Polaris, Merak, Altair) tragen - sind durch ein exzellentes Preis-/Leistungsverhältnis gekennzeichnet. Die vergleichsweise zivilen Preise werden auch durch Zurückhaltung bei der Gehäusegestaltung ermöglicht: man trifft hier auf leichten Kunststoff. Der Klang selbst ist außergewöhnlich gut, die Wiedergabe vermag ein wirkliches Musikerlebnis zu schaffen.

Auralic Polaris

Das jüngste Produkt des Auralic-Sortiments ist der Auralic Polaris, eine eierlegende Wollmilchsau: er ist ein WiFi-Streamer, ein Musikserver, ein DAC, ein Vorverstärker mit Phonostufe (MM) und eine Endstufe, ein Streamer-/Server-Receiver.

Eine technische Neuerung stellt die hybride Lautstärkeregelung dar: das Signal wird analog in Schritten von 12 dB gedämpft, für die Feinsteuerung sorgt dann eine digitale Regelung, die im Vergleich zu einer ausschließlich digitalen Lösung genauer arbeitet und feiner auflöst.

Als Verstärker leistet der Polaris 120 Wpc an 8 Ohm und 180 Wpc an 4 Ohm. Die beiden analogen Cinch-Eingänge sind konfigurierbar: Eingang 1 kann als Line-Eingang oder als Phonoeingang für MM-Systeme genutzt werden, Eingang 2 kann sowohl als Line-Eingang als auch als Line-Ausgang für den Anschluß eines Subwoofer geschaltet werden. Ein AES-, ein S-P/DIF-Koax-, ein Toslink- sowie ein USB-Eingang lassen digitale Signale herein. Verarbeitet werden wie gewohnt PCM-Signale bis 32 Bit / 384 kHz und DSD bis DSD256 mithilfe einer Femto-Clock.

Optional kann eine 2,5-Zoll-Festplatte eingebaut werden, damit wird der Polaris zum ausgewachsenen Musikserver: ein Pärchen Lautsprecher dran und fertig ist das Vergnügen, das mit knapp 4.000 € (ohne Festplatte) nicht teuer bezahlt werden muß.

Auralic Aries Femto / LE

Der Auralic Aries Femto ist ein hochklassiger Netzwerk-Streamer, der bei gemäßigtem Preis mit hoher Klangqualität überzeugt. Zwei Taktgeber mit einer Genauigkeit im Femtosekundenbereich versorgen ihn.

Auralic Aries Femto Front #2

Beeindruckend ist die Vielzahl von Formaten und Auflösungen, mit denen er umgehen kann, die von normalem CD-Standard mit 16 Bit / 44,1 kHz über 32 Bit / 384 kHz (DXD) bis hin zu DSD128 (via USB) reicht, und die Einbindung von Internet-Streamingdiensten wie WiMP/Tidal und Qobuz.

Auralic Aries Femto Back

Die Tablet- oder Smartphone-App "Lightning DS" als Bedienungs- und Steuerungssoftware ist in der Praxis insgesamt gut handhabbar, ausreichend stabil. Das externe Linearnetzteil sorgt für eine wirksame Unterdrückung von Störungen aus dem Stromnetz und entsprechende Klangverbesserung.

Diverse Testberichte sind mittlerweile erschienen, herausgegriffen seien hier nur die Besprechungen bei "fairaudio" vom Januar 2015 (hier), bei "HiFi-Statement" vom September 2014 (hier) und bei "SixMoons" (hier).

Der Auralic Aries Femto kostet 1.749 €. Es gibt ihn ohne die beiden Femtoclocks in einer "Light"-Version als Auralic Aries LE mit Standardnetzteil für 1.099 €.

Auralic Aries Mini

Der kleine Bruder des Femto hört auf den Namen Auralic Aries Mini. Er ist ebenfalls ein Netzwerk-Streamer, bringt jedoch einen DAC (Chipsatz: ESS SABRE ES9018 K2M) und eine Lautstärkeregelung mit.

Auralic Aries Mini Front

Auch er arbeitet mit PCM-Formaten bis 32 Bit / 384 kHz (DXD) sowie DSD bis zu DSD256. Ein externer Wandler kann über USB Audio 2.0, Toslink oder S-P/DIF-Koax (RCA-Cinch) angeschlossen werden; der analoge Ausgang wird über RCA-Cinch dargestellt.

Auralic Aries Mini Back

Ins Netzwerk findet er über eine Gigabit-Ethernet-Buchse oder via WiFi mit schnellem 802.11ac Dualband-Modus. Über einen USB-2.0-Eingang können externe Speichermedien angeschlossen werden, auf die dann als Musikbibliothek zugegriffen wird.

Zusätzlich - und das ist wirklich der Clou - kann in den Aries Mini eine 2,5-Zoll-Festplatte eingebaut werden, er fungiert dann als kleiner, aber ausgewachsener Musikserver/DAC/Pre - angeschlossen an Aktivlautsprecher oder eine Endstufe ist die kleine feine Stereoanlage komplett.

Die Steuerung erfolgt wie bei Auralic üblich mit der guten Tablet- oder Smartphone-App "Lightning DS" oder einer anderen Software (Kinsky etc.). Internetradio sowie Zugriff auf WiMP/Tidal und Quobuz ist integriert, Apple Airplay und Songcast werden unterstützt.

Die weiteren Spezifikationen sind:

Prozessor: 1 GHz Quad-core ARM Cortex A9
RAM: 512 MB DDR3
Datenspeicher: 4 GB MLC SSD
Musikspeicher: optional, HDD oder SSD, 2,5 Zoll Baugröße

Für seinen Preis von 499 € spielt der Mini überraschend gut. Hier haben wir endlich wieder - nach der Squeezebox seligen Angedenkens - ein überzeugendes Einstiegsmodell für digitales Audio, und es sollte nicht lange dauern, bis sich diese Erkenntnis weiter verbreitet.

Ein erster Test- und Erfahrungsbericht ist bei "HiFi-Statement" im September 2015 (hier) erschienen, danach viele weitere.

Auralic Vega

Auralic Vega Front Der Auralic Vega Digital-Analog-Wandler nutzt die Upsampling-Technik zur hochwertigen Wiedergabe von Audiodateien: PCM-Formate werden auf 32 Bit und 1,5 MHz hochgerechnet. Die Femto-Clock beeindruckt mit 82 Femtosekunden Präzision, sechs digitale Filter sind wählbar (und individuell justierbar), die Lautstärke kann geregelt werden.
Auralic Vega BackAuch hier werden Dateien bis 32 Bit / 384 kHz (DXD) sowie DSD64 und DSD128 verarbeitet. Digitale Eingänge sind gleich sechsfach vertreten (2x AES/EBU, 2x Koax, Toslink, USB).

Auralic Taurus Pre

Der Auralic Taurus Pre ist ein vollsymmetrischer Vorverstärker (und Kopfhörerverstärker), der aufgrund des neuentwickelten rauscharmen Eingangsschaltkreises und einer verbesserten Stromversorgung ein bemerkenswert niedriges Ausgangsrauschen von 3 mV aufweist. Auralic Taurus Pre FrontMit einer Fernbedienung können die Ein- und Ausgänge umgeschaltet werden.

Auralic Merak

Der Auralic Merak ist ein Monoblock mit Hybrid-Analog-Verstärkertechnologie, bei der das ORFEO Class A Ausgangsmodul, der isolierte Eingangsübertrager und ein Linearnetzteil kombiniert werden. Auralic Merak FrontBei einer durchgehenden Ausgangsleistung von 400 Watt an 4 Ohm leistet der Merak einen Spitzenstrom von mehr als 16 Ampere und kann somit auch leistungshungrige Lautsprecher bedienen.